René Vögtli B.L.O.G. 
 
 
 
11.01.2007 um 14:43:

„Frauen können bekanntlich nicht ...

... gut autofahren. Deshalb brauche ich ein kleines Auto zum Einparken.“ Dieser Satz stammt nicht von mir! Weit gefehlt! Mein Satz lautet: „Männer sind evolutionär den Frauen voraus.“ Gut vielleicht nur einen Hauch. Und vielleicht nur im Moment. Aber immerhin. Jetzt fragen Sie sich, wie ich zu dieser kühnen Aussage komme. Nun, das ist ganz einfach: Geschlechterkampf ist out. Emanzen haben mal davon geredet. Aber das war mal. Damals haben sie kämpferisch ein Umdenken bei uns Männern gefordert, ja teilweise militant erzwungen. Zu recht! Weibliche Qualitäten waren angesagt, sogenannte „soft skills“. Darunter versteht man Mitgefühl, soziales Verantwortungsbewusstsein, emotionale Intelligenz, Sensitivität und systemisches (ganzheitliches) Denken – um ein paar Schlagworte zu nennen. Was ist passiert? Männer wurden zu Weicheiern, zu Softies. Das Pendel schlug zu weit in die eine Richtung aus. Diese Männer denunzierten ihre männlichen Qualitäten, verloren sich und standen danach orientierungslos und schlaff in der Landschaft. Gottseidank gehört auch das demnächst der Vergangenheit an, denn es pendelt sich nun – hoffentlich – dahin gehend ein, dass Mann von Heute zwar soft Skills drauf hat aber gleichzeitig seiner Männlichkeit treu bleibt. (Zugegeben über den Begriff „Männlichkeit“* könnt man bei anderer Gelegenheit dann noch mal reden.) Und das ist wo wir Männer diesen kleinen Zacken voraus sind, denn die Rückkehr des Pendels welches die weibliche Emanzipation in Bewegung gesetzt hat, hinkt auf deren Seite im Vergleich zu unserer Seite hinten nach. Versteht man das? Ist doch ganz einfach! Wer, bitte sehr, hat denn das – nicht nachlesen! Ganz spontan aus der Erinnerung beantworten! – wer hat das als Titel benutze Zitat gesprochen? Na? Frau oder Mann? Es muss offensichtlich ein Macho in weiblichem Körper sein, der so spricht. Leider ist es gleichzeitig die Bundeskanzlerin Deutschlands. Gut, man kann jetzt argumentieren, dass die Frau Merkel um dorthin zu kommen sich eben durch die Männerwelt hat boxen müssen und dass sie dies nur aufgrund gut ausgereiften männlichen Taktiken hat machen können. Dem setze ich nichts entgegen. Ausser die Hoffnung, dass sie sich ihrer weiblichen Qualitäten erinnert und sie in ihren Beruf einfliessen lässt. Wie mir das die letzten Tage so durch den Kopf geht, da kommt doch unsere jüngste Bundesrätin und führt in ihrem Departement den Vaterschaftsurlaub ein. Obwohl ich politisch das Heu nicht mit ihr auf der selben Bühne habe rufe ich: Chapeau! Dann legt sie noch einen drauf und wagt es, diese parasitäre und typisch schweizerische Angewohnheit zu kritisieren, Steuerhinterziehung in anderen Ländern durch günstige Pauschalbesteuerungen zu fördern. Wow! Weibliche Qualitäten verbunden mit männlichen! In der Politik! Und das in einer jungen Frau! Grossartig! Ein lebender Beweis, dass Gerede über Vorsprünge (z.B. in evolutionärer Entwicklung) und Polemik über „deren“ und „unsere“ Seite der Emanzipation dinosaurisch dumm ist. OK, der Bundesrat hat die Junge dann heute zurückgepfiffen, halt typisch männlich: „wo kämen wir da hin, wenn da jeder einfach sagen würd, was er denkt“ (und dabei noch recht hat, um Himmelswillen!). Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass Frau Doris Leuthard Mut, Kraft, Durchsetzungsvermögen, Ausdauer sowie Kreativität, Intuition, Spontaneität und was sie sonst noch braucht findet, um im selben Sinne weiterzumachen wie sie ihren neuen Job angefangen hat. (Deshalb war der Arbeitstitel dieses BLOG-Eintrages: „Frauen an die Macht!“ – was mich aber befürchten liess, dass ihn Männer nicht lesen würden.) Eigentlich wär hier Schluss, hätte die Synchronizität des Lebens mir heute nicht noch ein Bonmot eines weltberühmten französischen Schauspielers zugespielt, mit dem er die Wichtigkeit betont, „männliches“ und „weibliches“ im Menschsein gleichermassen entfalten zu lassen. Gérard Depardieu sagt von seinem grossen Vorbild Catherine Deneuve: „Sie ist der Mann, der ich immer sein wollte.“ *in diesem Abschnitt habe ich den Männlichkeitsbegriff im Gedanken von Kraft der männlichen Sexualität benutzt. Ansonsten spiele ich in diesem Eintrag mit dem Gegenüber, bzw. der Einigkeit von Mann und Frau in Anlehnung an das taoistische Prinzip von Yin und Yang.
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