René Vögtli B.L.O.G. 
 
 
 
03.06.2009 um 23:41:

jede Stimme zählt

Der geneigte Leser wird bemerkt haben, dass ich der Demokratie nahe stehe – wenn auch nicht unkritisch. Zu diesem Zwecke empfehle ich mit der Suchfunktion (oben rechts) und diesem Stichwort meinen Blog zu durchforsten. Genauso wird der geneigte Leser wissen, dass ich ein unverhohlener Obama-Fan bin, bzw. dessen was er verkörpert. Nicht zuletzt seine Bereitschaft mit allen Seiten zu reden. Gute Beispiele sind seine Rede zu Guantanomo vom 21. Mai (50 Minuten Englisch) und seine gegenwärtige Reise (Video in der heutige Tageszeitung, 1 ½ Minuten Deutsch) oder – faszinierender – mit der Suchfunktion mal sehen was „Obama“ hier in diesem Blog bringt. Erinnern Sie sich noch an Bush und die Kritik an der Amerikanischen Demokratie, welche einer einzigen Person derartige Macht zugesteht? Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die selben Kritiker mit der Wahl von Obama plötzlich ähnliche Führung in den Europäischen Demokratien vermissen? Scheint doch irgendwo widersprüchlich oder nicht? Ist es aber nicht wirklich. Es zeigt nur, dass Demokratie und Führung eines Einzelnen sich nicht gegenseitig ausschliessen. Und dass trotz aller möglichen Fangnetze in modernen Demokratien, es eben trotzdem nicht perfekt funktioniert (Berlusconi) solange Menschen sich bestechen lassen, fatalistisch, egoistisch oder pessimistisch eingestellt sind. Ja, ich befürworte starke individuelle Führung bzw. Intervention sowie die Mechanismen einer Demokratie. Das eine tun und das andere auch. Ich kann mich nicht damit einverstanden erklären, dass das Individuum nichts bewegen kann, dass es auf seine Stimme nicht ankommt. Die Weisheit der Menge ist die Summe der Individuen. Und mehr! In den letzten Tagen habe ich mich wiederholt mit derartigen Fragen beschäftig und - welch Fügung - gerade heute stolperte ich in einem alten Spiegel über zwei Artikel, die zufälligerweise Seite an Seite publiziert wurden. Der eine zeigt, wie eine Meute von Landsknechten im 16 Jahrhundert durch Luthers Auflehnung gegen den Papst aufgepeitscht eine Kollektivmeinung entwickelte und – als der Heerführer fiel – ein fürchterliches Gemetzel in Rom anstellte. Dieser Artikel hat den Titel Blutiger Karneval. Der andere heisst Weisheit der Menge und diskutiert, wie sich ein Kollektives Bewusstsein in einer Menge bildet und von winzigsten Einflüssen der Individuen zum Gute des Ganzen beeinflusst wird. Beide diese Artikel zeigen: es braucht den Mut und die Entscheidungskraft eines Führers sowie auch das kollektive Bewusstsein in einer Demokratie, welches von jedem Einzelnen mitgestaltet werden kann.

ergänzt am 04.06.2009 um 12:15:

sie leben! Demokratie und Ethik

wie das Leben so spielt. Ich schrieb gestern zum Thema der Demokratie, bzw. zu den Verantwortungen des Individuums. Und heute finde ich einen äusserst empfehlenswerten Essay von einem Schweizer Politiker zu diesem Them. Und gerade Sie, der sich nicht mit Politik beschäftig, sollten diesen Artikel aufmerksam verfolgen. Es geht nämlich nicht wirklich um Politik, sondern um Ethik, Gewissen, Spiritualität! Die Partei, das Bundeshaus, der Verein, das Unternehmen sind lediglich Austragungsstätten. Bühnen sozusagen. Bühnen auf denen das göttliche Theater des Lebens aufgeführt wird. Lassen sie sich durch den reisserischen Titel "Im Feuerwerk der Politik verpufft die Ethik" nicht ablenken. Der Autor selber ist Politiker und die Tatsache, dass er diesen Aufsatz nicht nur schreiben sondern publizieren kann widerspricht dem Titel, zeigt dass Werte leben.
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