| Dass man von Geld nicht glücklich wird. Geschenkt.
„Eine bestimmt Mindestmenge an Geld ist jedoch notwendig, wenn man zufrieden leben will.“ Steht da in dem Buch der dreisten Lügen über Geld. Und: „Ein bestimmter Geldbetrag den man für die Verwirklichung eines qualitativen Ziels (wie Sorgenfreiheit) für nötig hält, verdoppelt sich genau in dem Moment, wo man diesen Betrag endlich besitzt!“
Dieses Phänomen hat mich schon vor 30 Jahren beschäftigt wie ich in meinem Buch „Weltverbesserer“ berichtete. Dass es eine Gesetzmässigkeit ist, die sogar einen Namen hat, das „Barres-Gesetz“, hingegen wusste ich nicht.
Neugierig geworden google ich dann auch noch gleich das „Peter-Prinzip“, welches dem Barres vorausgeht; es sagt: „In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“
Das wäre alles nicht so spannend wenn ich nicht kürzlich ein explosives Gespräch gehabt hätte in dem mein Gegenüber doch „Erfolg“ und „Selbstvertrauen“ in ein Abhängigkeitsverhältnis zueinander gebracht hätte. Tatsächlich argumentierte er, dass man im Leben sehen könne, wie ein erfolgreicher Mensch selbstsicher durchs Leben schreitet. Und wenn man ihm den Erfolg raubt, etwa die Arbeit, dann sei es mit der Selbstsicherheit auch geschehen. (Zwischenbemerkung: ich brauche Selbstvertrauen, -sicherheit, -wertgefühl synonymös im Wissen, dass es sich dabei durchaus nicht um ein und dasselbe handeln muss.)
Meiner These zufolge aber wird wahrer Erfolg gar nicht eintreten können (!), wenn die eigene Zufriedenheit … ach nein, das war ja das mit dem Geld … also nochmals: wenn das eigene Selbstwertgefühl von Erfolg abhängt. Das ist das Pferd von hinten aufgezäumt. Erfolg folgt Selbstvertrauen. Die Definition von Erfolg reduziert sich dann auch nicht auf Mindestbeträge oder dergleichen. Genauso wie umgekehrt Selbstvertrauen ein Wert aus einer völlig anderen Dimension wiedergibt, wenn es nicht gekoppelt ist an ach so zerbrechliche, quantitativ festsetzbare Ziele.
Das ist kein Credo contra definierbare Ziele. Nein, die sind tatsächlich nützlich – immer im Wissen, dass sie keine Endstationen sondern Zwischenetappen sind. Durchaus mit Erfolgsgefühlen besetzt. Richtig so! Auch das im Wissen, dass es eine übergeordnete Definition von Erfolg gibt. Vielleicht das Streben nach der Erfüllung seiner Berufung und wenn man weiss, dass dies dem Griff nach den Sternen gleich kommt.
Selbstwertgefühl, das bei Ausbleiben von Qualitativem in den Keller sinkt verdient diesen Namen nicht. Bzw. schon aber dann ist es ein lausiges Gefühl, eine Illusion so flüchtig wie eine Rauchschwade im Wind. Ein Rauchsignal sozusagen. Ein Wink mit dem Gartenzaun. |