Kürzlich war ich an einem Geldseminar. Eine Kursteilnehmerin sagte am Anfang, dasssie sich davon erhoffe, dass „Geld drauf steht und Bewusstsein drin ist“. Dem war genau so. Von einem Freund erfuhr ich, dass er nach Berlin reist für ein ähnliches Seminar. Jedesmal wenn ich „Geld“ über meine Blogeinträge schreibewerden sie fleissig gelesen. Geld scheint ein machtvolles Zauberwort zu sein. Wieso ich das alles erzähle? Nun am Ende dieses Eintrageswerde ich eine Filmempfehlung aussprechen und den dazugehörigen Link. Ich hoffemit diesem Eintrag meinen Freund zu motivieren, sich den Film anzugucken undjeden Leser auch und – noch viel mehr – einen Beitrag zu leisten zum Hinterfragendes Status Quo bzw. mit dazu beizutragen, den Wandel in die Zukunft möglichstgewaltfrei zu schaffen. Vom Kursleiter meines Geld-Seminars hatte ich den Eindruck,dass er gewillt ist das („Geld“-)System wie es ist, zu akzeptieren, ja zuglauben, es reguliere sich selbst (Stichwort: Die Evolution des Geldsystems hatdazu geführt, dass es Zins heute kaum noch gibt). Im Kontext des Seminars istdas durchaus sinnvoll, denn der Kursleiter richtete den Fokus auf unsereeigenen Projektionen auf das Thema Geld mit der Absicht, diese zurück zunehmen. Im grösseren Bild scheint mir das zu kurz gegriffen. Ichmöchte aber hier betonen, dass ich es für mehr als wahrscheinlich halte, dass derKursleiter über den Kontext des Geld-Seminars hinaus offen für Lösung ist, wennnicht gar aktiv daran mitarbeitet, dass das „System“ selbst (ob wir es als Kapitalismus oder Kommunismusbezeichnen; mir gefällt der Ausdruck „Ego-System) gewandelt und letztlich garaufgelöst werden muss. Was sage ich, durch seine Arbeit legt er regelrecht denGrundstein, denn das System kann nur bottom – up geändert werden und so fängtes beim Individuum an. Ähnlich verhält es sich mit anderen Geld-fokussiertenIdeen. Z.B. kann Geld (der Umgang damit oder das Generieren davon) ein wirksamerKatalysator für persönliches und spirituelles Wachstum sein. Einzig, letzteresist auch auf anderen Wegen, mit anderen Fokussierungsinstrumenten möglich. Eswäre trügerisch den Weg mit dem Ziel zu verwechseln. Trügerisch und verführerischgerade weil wir so viele Heils- und Verheissungsprojektionen auf das Geldrichten. Zum Film. Man muss Englisch verstehen. Sorry. Deshalb werde ich inden folgenden Kommentaren hemmungs- und übersetzungslos zwischen den Sprachen wandern. Das Werk dauert 2 Stunden 40 Minuten. Bitte nichtabwinken! Zeit ist nicht gleich Geld. Und sogar wenn Sie ihre Zeit soeinschätzen, dieses Zeitinvestment könnte eines der lukrativsten ihres Lebenssein. Da er auf youtube steht können Sie auch jederzeit unterbrechen und späterwieder fortfahren. Es ist eine wissenschaftliche Arbeit. Erwarten Sie dasG-Wort nicht, denn es taucht nicht auf. Der Film kommt manchmal lehrmeisterisch daher. Das bringtes mit sich, wenn man etwas lernen will und man dabei die eigenen Knöpfegedrückt erhält. Das ist ja gerade der Punkt von Neuem zu-, bzw. Altemloslassen. Wenn Sie sich während dem Film nerven, langweilen oder ärgern,beissen Sie sich durch, denn das ist präzise wenn Ihr eigenes Ego sich amlautesten bemerkbar macht. Dies zureflektieren gehört mit zum Wertvollsten des Films. Bei mir fing die Irritationen an mit „wo geht das hin?“.Die ersten 40 Minuten zeigten zwar fundamentiert und stringent moderneEinsichten zum Thema nature versusnurture und endete mit der Frage ob heute unsere Gesellschaft unseraller core evolutionary requirementsGerecht wird, beinhalteten aber nichts Neues. Damit will ich nicht sagen, siesollten diesen Teil überspringen, ganz im Gegenteil, der Rest des Filmes ist logischdarauf aufgebaut. Und dann ging es los. Historisch sauber wird der Ursprungvon „freier Marktwirschaft“ , die Einführung von Geld als Anreiz für Arbeit unddas System, das daraus resultierte dokumentiert. Eindrücklich wird gezeigt wieetwas religiöses plötzlich in die Gleichung einfloss. Geld, ursprünglich nochdurch Werte (Gold, Silber, etc.) gedeckt fängt an, ein Eigenleben zuentwickeln. Hier einige Leckerzitate: „the equilibrium (between demand andsupply) is provided by the invisible hand of market“ (die Hand Gottes) unddamit ist der Grundstein der neuen Religion namens Geld in ihren Kathedralengenannt Banken gelegt. „Moneyis completely decoupled from life and basic human needs.” Die “structured and deadly delusion ofmoney” ist geboren. Es folgen viele erstaunliche Erkenntnisse wie dasGeld-System (ausgedrückt über GDP oder Börsenbarometer) nur noch sich selbstdient, Krankheit und Gewalt fördert und das völlige Gegenteil von gesund odergar ökonomisch ist. Es werden aber nicht nur Probleme und deren Kausalitätenaufgezeigt sondern auch Lösungen vorgeschlagen. An einer Stelle ertappte ichmich wie ich abschätzend „Utopisten“ dachte, was mich zu einem Ego-Checkeinlud. Schön war wie der Filmemacher dann das Thema aufgriff als ob er meineGedanken gehört hätte. Das allgemeine Grundeinkommen wird zwar nicht erwähntaber es ging mir als „Zwischenlösung“, quasi als evolutionäre Mitteletappe,durch den Kopf. Persönlich denke ich dass es wohl solche Phasen brauchen wird, dass unser Bewusstsein dienötige Veränderung sukzessive annehmen kann. Ohne zu viel verraten zu wollen, hier noch ein letztesZitat: „Science has no ego, holds on to nothing and evolves naturally“. Das klingtwie ein Loblied auf die Wissenschaft, was es ist aber ohne sie zu glorifizierenund zum Ende zeigt der Film einen Lösungsansatz, der ernster zu nehmen ist alsich beim ersten Hingucken dachte. Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=4Z9WVZddH9w |