René Vögtli B.L.O.G. 
 
 
 
16.02.2007 um 18:26:

Der Traum

Es wär vermessen gewesen, hätte ich das Zitat von Frau Menchu im gestrige Eintrag weiter kommentiert. Jetzt schreib ich aber bevor mich die Synchronizitäten des Lebens weiter überrollen und ich wieder über verpasste Chancen zu sinnieren beginne. Im ersten Eintrag vorgestern zum Thema Träumen versprach ich, auf die eine oder andere Realität zurück zu greifen, so dass sie uns auf die Reise in die Zukunft katapultieren möge. Unter anderem dachte ich daran, dass der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Dick Cheney, sich zur Zeit sich erfolgreich davor drückt, vor Gericht auszusagen. Zur Erinnerung: ein Berater des VPs hat vor der amerikanischen Invasion des Iraks rapportiert, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen besitzt. Es erscheint erwiesen, dass das Weisse Haus diesen Rapport unter den Teppich wischte und als offensive Gegenstrategie den Berater diffamiert und dessen Ehefrau als CIA Agentin entblösste. Vor Gericht geht es nun darum, zu beweisen, dass diese Diffamierung und Entblössung gezielt und abgesegnet vom Weissen Haus, insbesondere vom VP kamen. So jetzt kann’s losgehen! Lass uns träumen! Ach noch was: J.F. Kennedy wird oft als Visionär dargestellt, weil er anfangs 60ger NASA beauftragte, als erste einen Menschen vor dem Ende des Jahrzehnts auf den Mond und heil zurück zu bringen. Das war kein Traum. Das war „nur“ ein Ziel. Zugegeben ein kühnes. Aber trotzdem nur ein Zielorientiertes Projekt. Das sieht man unter anderem daran, dass es eine zeitliche Limitierung hatte und eben tatsächlich erreicht werden konnte. Und auch daran, dass die NASA nach der ersten Mondlandung, nach dem Erreichen ihres grossen Zieles, antiklimatisch und orientierungslos dahinsichte. Der visionäre Treibstoff, der Leitfaden fehlte. Bill Clinton war und ist schon eher ein wahrer Visionär. Er redet von Verbesserung des Lebens seiner Mitbürger und meint soziale Gerechtigkeit, Menschen- und Bürgerrecht für alle. Bitte richtig verstehen: ich weiss, dass manch ein Politiker viel redet, wenn der Tag lang ist. Ich will hier den Unterschied zwischen Traum und Ziel skizzieren. Letzteres interessiert mich im Moment nicht. Das Träumen ist unser Thema. Der Traum beginnt so: Ganz Amerika, auch den hartnäckigsten, konservativen Ultrarealisten sowie den verklärtesten, liberalsten Utopisten wird, ausgelöst durch die Aufdeckungen vor Gericht bewusst, welcher Charade sie auf den Leim gegangen sind. Grösstmögliches Unbehagen und eine Sehnsucht nach Wiedergutmachung übermannt das Land. Der US Präsident Barack Obama wandelt das Land noch wesentlich mehr als er es in seinen Wahlreden versprochen hatte. Sein Vizepräsident, Al Gore, führt eine globale, ökologische Umdenkbewegung an und die Aussenministerin, Hilary Clinton, jongliert pragmatisch die wirtschaftlichen Interessen so, dass eine alte Clinton Vision (Bills) von win-win auch in den abgebrühtesten Kapitalistenorganisation von Pyongyong bis Zürich als Rettung erkannt wird. Die transformierenden Kräfte sind so stark, dass zuerst die Weltreligionen sich auf ihre Kernaussagen besinnen. Konsequenterweise erwacht in der muslimischen Welt ein Bedürfnis nach Versöhnung. Danach entschärfen kristallklare und faire Verhandlungen die Konfliktherde von Kabul bis Jerusalem. Die zweite Amtsperiode Obamas ist zu Ende. Bald gibt es kein bemerkenswertes Gefäll mehr zwischen der einstmaligen ersten und den anderen Welten. Afrikanische Länder haben neue Staatsformen gefunden, welche genauso in einem Weltverband eingebunden sind wie altherkömmliche Demokratien. Ethnische und Kulturelle Eigenheiten weltweit boomen in Einklang miteinander. Die elementaren Bedürfnisse aller Menschen sind gedeckt. China ist Weltführer in allen Umweltsfragen. Die arabische Welt ist Zentrum für kulturelle Entwicklungen zum Wohle der ganzen Menschheit; die UNO hat Hauptsitz in Teheran. Skandinavien und Japan sind die Mekkas neuester Technologien und Unternehmungsmodelle. In Zentral- und Südeuropa blüht eine Philosophie, welche der Musse zu sozialem Status verhilft, Arbeitslosigkeit ist gesellschaftlich hochanerkannt, Dichter und Denker werden gefeiert. Die ganze südliche Hemisphäre blüht auf in den Bereichern der Wirtschaft, Politik, Menschenrechte, Kultur aber vor allem in allen Bereichen der Umweltfragen. Und wir schreiben noch nicht mal das 22. Jahrhundert. Ich soll aufhören? Für heute. Aber das Träumen soll weiter gehen. Bin in einer Woche wieder im Land.
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