| Es ist kaum zu glauben. Jetzt sind die Ausländer schuld an der Unfreundlichkeit der Schweizer!
Einer der 7 höchsten Politiker der Schweiz, der nach seiner Wahl in die Bundesregierung seine Rechtspopulistische Partei an einen neuen Präsidenten übergeben musste, hatte sich selbst nicht des Brandstiftens beschuldigt wie an anderer Stelle berichtet . Sein Nachfolger wurde des öfteren sinngemäss als dessen Lackei bezeichnet, nicht viel mehr als zelebrierter Stiefelknecht.
Und heute las ich von besagtem Präsidenten-Nachfolger, dass wegen dem grossen Zustrom von Ausländern die Schweizer ihre höfliche Gastfreundschaft verloren hätten (mit der Implikationen, dass Drogendelikte, Jugendkriminalität und Sozialdienstmissbrauch Domäne der Ausländer sei, ja es wird angehaucht , dass sie gar die Ursache seien).
Der Zufall will’s, dass ich heute mit meiner Frau in der Stadt war und in einem typisch schweizerischen Restaurant mit Schweizerbesitzer ein Glas Wein trinken ging. Die Bedienung war ausserordentlich – wirklich bemerkenswert – freundlich. Der Kellner Spanier, und der Maître de service Deutscher. Gut, das will nichts sagen, gibt es doch auch unfreundliche Ausländer. Fakt aber ist, dass meine Erfahrung stellvertretend ist für die Gastronomie in Berghütten wie im Nobelrestaurant; in der Wirtschaft und Wissenschaft; in der Bürokratie, Medizin und bei den Alphornmusikkomponisten . Gastfreundliche Schweizer sind ein sehr rares Spezies. Erlauben Sie mir, Schweizer und langjährig praktizierender Gast im eigenen Land sowie weitgereister und äusserst dankbarer Empfänger von Gastfreundschaft in der Fremde, diese kecke Aussage.
Ich finde die Anmassung, dass wir Schweizer uns gleich selbst als besonders höfliche Gastgeber bezeichnen, schon mal sehr verwegen. Es ist unziemlich, wenn nutzniessende Dritte fremder Streite, unrechtmässige Horter von anderer Ländern Steuern und Erfinder des Wortes „Gastarbeiter“ sich mit derartigen Federn tarnen.
Aber dann noch den Ausländer die Schuld für unsere Unfreundlichkeit zu geben – um nicht Fremdenverachtung zu sagen – das ist nun wirklich der Gipfel der Frechheit.
Weshalb Stiefelknecht als Titel? Nun, Reimmässig geht er einher mit dem Raubritter und dem Brandstifter, finden Sie nicht?
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