| Sagt Ihnen der Name Rudy Giuliani was? Das war der Bürgermeister von New York am 11. September 2001. Brilliant meisterte er die Aufräumarbeiten nach dem verwerflichen Terroranschlag. Dank seiner konsequenten Haltung, seines Durchsetzungsvermögens und der Fähigkeit, sich und alle Beteiligten auf die Arbeit zu fokussieren leistete er wirklich Bewundernswertes.
Rudy Giuliani aber ist aber nicht deshalb als Saubermann bekannt. (Ich weiss, wir assoziieren auch Dreck-am-Stecken mit dem Begriff. Der wird ihm auch nachgesagt, aber ich hüte mich, solche Geschichten aufzuwärmen.) Der Bürgermeister ist berühmt berüchtigt für eine andere Art die Strassen sauber zu halten, nämlich mit „Zero-Tolerance“. Damit ist im besten Fall gemeint: weniger individualisierte Gerechtigkeit bei Straftaten (d.h. es werden keine Strafmildernde Situations- und Personenbezogene Umstände mehr berücksichtigt) und mehr institutionalisierte „Gerechtigkeit“ (d.h. auf die Strasse spucken = 5000 € Strafe in Singapur oder Einbruch = 15 Jahre Gefängnis in Texas).
Die extremsten und jüngsten Entwicklungen solchen Gedankentums liegen wenige Jahre zurück (Ruanda 1994, Slowenien 1991 bis Kosovo 1999) und sind unter dem schlimmen Begriff der „ethnischen Säuberung“ bekannt.
Zwischenzeitlich ist gut dokumentiert wie in Amerika die Null-Toleranz vor allem bei Randständigen und Farbigen und weniger bei Weissen zur Anwendung kommt. Denselben toleranzlosen Umgang mit minderbemittelten Menschen kennen wir auch im Europa des 21. Jahrhunderts. Stiefelknecht lässt grüssen.
Gestern sprach mein Sohn mit einer amerikanischen Freundin. Sie half mit Aufräumarbeiten in New Orleans. Ja, die Stadt die vor knapp 2 Jahren von Taifun Katrina praktisch zerstört wurde. Und der Schmutz stinkt mehr denn je zum Himmel. Besagte junge – weisse – Dame erzählte meinem Sohn, wie sie einer schwarzen Putzfrau auf der Toilette eines Restaurants begegnete und diese ihr erzählte wie unsäglich sie und ihresgleichen von der Regierung Bush bis zum heutigen Tage im Stich gelassen werden. Wie schändlich es sei, dass junge Freiwillige die Drecksarbeit für den Staat machen müssen. Statt zuhause „säubert“ Bush & Co. lieber die Strassen in anderen Länder.
Aber zurück zu Herrn Giuliani. Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen stehen ja nächstes Jahr an. Herr Giuliano hat gute Chance der Kandidat der Republikaner zu werden. Wissen Sie weshalb viele Amerikaner ihn mögen, womit seine Kampagne ihn anpreist? Dann hätte Amerika einen, der im Falle einer Katastrophe wie in New Orleans sofort sauber machen würde. Im ernst! Wenn es nach den Republikaner geht, dann soll eine glorifizierten Putzfrau das Land regieren.
Der Saubermann gehört in die Reihe der Raubritter , Brandstifter und Stiefelknechte .
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