René Vögtli B.L.O.G. 
 
 
 
30.05.2007 um 17:28:

Killerkriterien und freier Wille

Ereignisse überschlagen sich zur Zeit für mich. Unter dem Strich steht folgendes: Gottseidank unterstütze ich von Berufswegen lösungsorientiertes Denken. So hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen wenn ich schon wieder eine geraume Weile habe vorbei gehen lassen ohne aktiv in diesem Blog Lösungen zu diskutieren. Schön war es neulich zu lesen, dass jetzt sogar empirisch nachgewiesen sei, dass Fruchtfliegen einen freien Willen haben. So berichten es Forscher der Universität Hamburg. Das erinnert mich an mein „Aha.“ als ich mal las, dass es nun wissenschaftlich erwiesen sei, dass Menschen signifikant öfter in Schiessereien verwickelt sind, wenn sie eine Waffe besitzen – und auch dann, wenn die zuhause im Waffenschrank einschlossen ist. Wieso Forscher offensichtliches „beweisen“ müssen, wirkt manchmal etwas befremdend auf mich. Seis drum, ich erlaube mir von den Fruchtfliegen auf des Menschens freien Willen zu schliessen und an dieser Stelle die Waffen-Initiative zu empfehlen. Um das im Ausland zu verstehen, muss man wissen, dass jeder Armeetaugliche Schweizer Bürger Gewehr und Munition zuhause hat. Es ist erstaunlich wie das Thema bedingungsloses Grundeinkommen Wellen schlägt! Wir sollten alle jeden Tag mindestens einmal einfach daran denken, denn scheinbar passieren spannende Sachen wie es die Reaktion eines Freundes zeigt: „jetzt wo ich sensibilisiert bin, ist mir in der NZZ vom 26./27. Mai 2007 der Artikel „Einkommen für alle“ aufgefallen. Und am letzten Donnerstag hat Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus an der ETH Zürich auf Einladung des Basic Income Earth Network Schweiz ein Konzept Solidarisches Bürgergeld vorgestellt. Auf beiden Internetadressen befinden sich interessante Informationen über das bedingungslose Grundeinkommen.“ Lass uns weiter denken! Wieso „Killerkriterien“ im Titel? Nun, es braucht Mut zu neuen Horizonten aufzubrechen, altes loszulassen und sich von einst wohlig anfühlenden Konventionen zu verabschieden. Gerade das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens zeigt das. Die erkennbare Notwendigkeit umzudenken bringt oftmals reflexartige Ängste an die Oberfläche. Killerkriterien platzen förmlich aus den Menschen heraus. In der Schweiz gibt es einen Mann, der in den letzten 30 Jahren wahrlich grosses geleistet hat. Eigenhändig hat er ein weltweit einzigartiges Paraplegikerzentrum und das Guido Zäch Institut aufgebaut. Zäch hat es gewagt, Erfolg zu haben. Nicht Erfolg wie es die opportunistischen Raubritter und Brandstifter definieren, also politische und finanzielle Bereicherung, nein, viel schlimmer, er hat beharrlich und langfristig ein Lebenswerk (im tiefsten Sinne des Wortes!) auf die Beine gestellt. Das kann unter Neider und Spiesser nicht ungestraft davon kommen und so hat ihm sogar die letzte richterliche Instanz Unrecht angetan, wenn sie ihn für Portokassenunstimmigkeiten (im Verhältniss zum Ganzen) der Veruntreuung bezichtigt. Zur Veruntreuung gehört immerhin betrügerische Absicht – die man dem Mann nicht nur nicht nachweisen kann sondern die sogar seine Feinde lediglich als überhebliche Nachlässigkeit bezeichnen. (Übrigens, Sie kennen das schweizerische Gegenteil von „überhebliche Nachlässigkeit“? Nein, nicht demütige Achtsamkeit. Das edle Prinzip lautet Rappenspalterei (oder Pfennigfuxerei wie sie drüben sagen würden).) Am schlimmsten aber ist, dass er sich mit seinem Erfolg den zentraleuropäischen Killerkriterien hat gewagt entgegenzustellen. Was, sie kennen die 3 Kriterien nicht?!? Dabei funktionieren sie doch täglich: 1. das haben wir noch nie so gemacht. 2. das haben wir immer so gemacht. 3. wenn da jeder käme.... (Zäch Zitat aus für immer und ewig von Balz Theus.) Also: gerade weil wir es noch nie so gemacht haben, bzw. immer schon, lass uns an die denken, die da noch kommen.
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