| credere/putare/existimare (glauben, meinen), cognoscere (erkennen), sperare (hoffen ...)
Von „verstehen“ steht da nix. Trotzdem – und bitte: hier ist weder Ironie noch Sarkasmus zu finden – für Pabst Benedikt XVI ist das Credo, also das Glaubensbekenntnis, Ausdruck eines inneren Verständnisses. Ich kann wahrhaftig nachvollziehen, wie wichtig es ihm ist, zu sagen, dass glauben nichts mit „blind“ zu tun hat, dass glauben Ausdruck für uneingeschränktes Vertrauen ist, welches Wissen beinhaltet aber grösser ist, und dass wahrer Glaube unauflöslich mit Vergebung zu tun hat (Joseph Ratzinger – Einführung in das Christentum,
Einführung in das Christendum.
Mein Computer eigenes Nachschlagwerk (Thesaurus) bietet alltagsnahe Synonyme an, die mit dem volksmündlichen Umgang mit dem Verb glauben übereinstimmen (meinen, wähnen, denken, einbilden, mutmassen, annehmen). Von verstehen und wissen steht nix. Nochmals – es ist mir wichtig dies zu betonen – ich schätze des Papstes intellektuelle Bemühung sehr, das „credo“ in dessen Ganzheitlichkeit zu vermitteln und dass er es dazu so übersetzt wie er das tut. Aus Respekt für des Papstes Verständnis für das Credo werde ich im folgenden das Verb glauben mit anderen ersetzen.
Ich empfinde es im Widerspruch zu meinem Verständnis von Nächstenliebe wenn Welby ein katholisches Begräbnis abgesprochen wird.
Ich bin der Meinung, dass es nicht nur der Institution Katholizismus schadet, wenn Welby ein katholisches Begräbnis abgesprochen wird;
sondern in meinem Empfinden gar gegen die im christlichen Glauben beinhaltete Vernunft verstösst – um nicht von Sünde zu reden.
Ich denke, dass die Würde eines einzigen Menschen grösser einzustufen ist, als die exemplarische Verteidigung von katholischem Dogma.
Ich hoffe, dass unser Pabst sich vermehrt Freiheiten erlaubt, um Güte vor Gerechtigkeit walten zu lassen. |