| In einem Buch, welches diese Tage erscheint, Komm sei Du mein Licht, sind Originalschriften von Mutter Teresa wiedergegeben. Schon jetzt rüttelt es: das amerikanische Magazin Time hat ihm die Titelgeschichte gewidmet, die letzte Schweizer Sonntagszeitung berichtete (Foto). Kein Wunder kam es zu dieser Überschrift, sagte Mutter Teresa doch Sätze wie diesen:
„Wenn es keinen Gott gibt –kann es keine Seele geben – wenn es keine Seele gibt, dann Jesus – gibt es auch Dich nicht wirklich.“
Atheisten und Vatikanzyniker, Pessimisten und Jenseitsverneiner, Pseudorealisten und Heucheleischreier: haltet Euren Jubel zurück!
Ein Teil unserer, der abendländischen Tradition ist nun mal christlich geprägt, da nützt alles aus-der-Kirche-austreten nix. Aufklärung, französische Revolution sind alles auch Konsequenzen der kirchlichen Entwicklungen.
Es ist somit Vogelstrauss, wenn wir die Kirche einfach „abschreiben“. Mit „Kirche“ ist primär die Institution und deren Machenschaften gemeint und Die Kirche ist die katholische (da grösste, einflussreichste – auch mit den Antireaktionen, die sie z.B. gerade jetzt beim Lesen dieser Zeilen weckt). Aber nicht nur. Kirche ist für viele auch Synonym für ihre eigene Auseinandersetzung mit Religion, im Sinne der Rückbesinnung auf Ursprung und die Gottesfragen.
Kirche ohne Gott, das ist wie Erde ohne Luft.
Und jetzt kommt eine heute von vielen schon als heilig Angesehene und sagt so was! Und der Vatikan lässt nicht nur zu, dass dies unter die Leute kommt, er fördert es regelrecht. Was haben die Jungs in Rom wieder im Schilde, ist man geneigt zu fragen. Klammern wir mal unlautere Absichten (in unseren Köpfen) aus. Dann kommen Botschaften zum Vorschein, die absolut erfrischend und ermutigend sind. Botschaften wie diese:
Zweifel sind Teil eines spirituellen Wachstums.
Vernunft lebt.
Zweifel und Vernunft,
Skeptisimus und Toleranz,
Unsicherheit und Gradlinigkeit
sind möglich.
Gleichzeitig. |