René Vögtli B.L.O.G. 
 
 
 
09.12.2007 um 23:57:

Theós (θεός) = Gott

Erstaunlich! Da google ich das Wort Atheist und finde fast zuoberst eine ganze Serie von Videoclips auf Youtube. Tatsächlich scheint im angelsächsischen Raum das Thema Hochkonjunktur zu haben. Gut, das ist verständlich angesichts des christlich-religiösen Fanatismus, insbesondere des Kreationismus, der erstaunlicherweise auch in der Schweiz wuchert – und wahrscheinlich genauso im ganzen Deutschsprachigen Europa. Vom Fundamentalistenwahn anderer Kulturen gar nicht zu reden, denn wir kehren ja besser zuerst vor der eigenen Haustür. Der Atheismus hat mich bestenfalls als rebellierender, katholisch geschädigter Jugendlicher interessiert. Aber das krampfhafte nicht an Gott glauben (wollen) ist ja an sich genauso Scheuklappen limitiert wie es der Atheist dem Theist oft vorwirft. Da ist mir der Agnostiker sympathischer, der einfach sagt, er wisse es nicht, bzw. die Frage nach Gott mit „es ist unerklärbar“ beantwortet. Und der sich auf die Frage nach dem Glauben getraut „ja“ zu sagen. Oder „nein“. Da ich persönlich meine, dass das Göttliche erfahrbar ist, zähle ich wohl als Theist. Ich kann damit gut leben. Das ist aber nicht Gegenstand dieses Blogeintrages sondern Aufwärmen dazu. Ich setze mich leidenschaftlich dafür ein, dass Menschen sich befreien von Dogmen und Glaubenssystemen, auf deren Morast Erwartungshaltungen gedeihen, die in Schlimmstem enden wie man es nicht nur in der Zeitung lesen, sondern täglich am eigenen Leibe erfahren kann. Daher verfolge ich mit Interesse die Argumente und Publikationen von Richard Dawkins (hier ein representativer Stern Artikel) und seinesgleichen, der mit seinem Buch „Gotteswahn“ auch hierzulande Furore machte und wohl mitverantwortlich für die Flut von Wissenschaftlern ist, die sich zur Zeit ins Zeug werfen, den Beweis anzutreten, dass es Gott nicht gibt. Aber wie gesagt, Atheismus ist ja auch nur ein Glaube. Als Theist interessieren mich noch viel mehr jene natur- und geisteswissenschaftlichen Entwicklungen, die das Gegenteil, also empirischen Nachweis der Existenz Gottes, anstreben. Dieses Thema ist nun seit einigen Jahren eine Baustelle für mich (wie der geneigte Leser meines Buches sich erinnern mag). Und so lassen wir dieses Thema für den Moment work-in-progress sein. Unbedingt aber möchte ich auf einen Artikel hinweisen, der im vorletzten Das Magazin erschien. Er ist in voller Länge hier wiedergegeben. Besonders gefällt mir, dass ein renommierter Journalist nicht einen auf politisch korrekt macht, sondern (s)einer Meinung dezidiert Nachdruck verleiht. Es wäre müssig an dieser Stelle zu versuchen, den Artikel zu kommentieren. Nur dies: der Artikel verhindert womöglich, dass sie das falsche Buch als Weihnachtsgeschenk kaufen.
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